Donnerstag, 26. Januar 2012

Solange du an das Leben glaubst.

Ja, ich lebe noch. 
Auch wenn mein Blog die letzten Wochen in totenstiller Tristesse vor sich hinweilte, gibt es mich noch! Mensch, ich habe schon seit mehr als eineinhalb Monaten nichts mehr hier gepostet und ich könnte natürlich sagen: „Es war einfach zu viel los.“. Aber das wäre einfach zu einfach. Nun ist es gewiss nicht gelogen, das ich sowohl viel erlebt als auch gelebt habe und ich hätte sicherlich auch das ein oder andere Mal hier wieder etwas von mir hören lassen können. Ich habe meiner freien Zeit aber andere Schwerpunkte gesetzt, da ich diese packende Lust etwas aufzuschreiben und festzuhalten, sei es hier, in meinem Tagebuch oder sonst wo, nicht verspürte. Um keinen Roman zu veröffentlichen, lasse ich lieber Bilder sprechen, die im Großen und Ganzen das festhalten, was im Dezember und auch im Januar so passiert ist.
Es war eine bunte, aufregende Zeit. Ich bin viel gereist, habe interessante Unterhaltungen geführt, viele neue Menschen, Sichtweisen und Motivationen kennen gelernt und Schio ist mehr und mehr Heimat geworden. Ich fühle mich hier wohl, habe eine ausgefüllte Woche und finde, dass ich mich im Bezug auf mein Projekt, die Umgebung und Menschen um mich herum, sehr glücklich schätzen kann. Was mir in meinem Freiwilligendienst immer wieder bewusst wird, ist das Gefühl, ständig dazulernen zu können.
In stillen Momenten meiner Unsicherheit wurde aus diesem „Können“ in meinem Kopf aber manchmal ein „Müssen“... soviel Wissen, Erfahren und Erleben können, eine Chance, die ständig genutzt werden kann oder soll... schließlich der Gedanke an in nicht allzu ferner Zukunft eine Entscheidung über meine Berufswahl zu treffen und doch-so-wenig-wissen, dieses schiere Kopfzerbrechen, stundenlange Im-Netz-Surfen und trotzdem-nicht-schlauer-sein – das hat meine Gefühle in letzter Zeit Achterbahn fahren lassen und mich letztendlich zu sehr von dem abgelenkt, was momentan zählt: Mein Freiwilligendienst. 
Deshalb habe ich mit ins neue Jahr genommen: Konzentration auf das Hier&Jetzt. Denn wer weiß, was in den kommenden Monaten geschieht, was mir in meinem von Gedanken manchmal überquillenden Kopf vielleicht noch an Lichtchen aufgeht und ob sich die ganze Entscheidungsplagerei am Ende von selbst erübrigt? Von Bedeutung ist, der in Lichtgeschwindigkeit verfliegenden Zeit nicht erfolglos hinterher zu hetzen, sondern mit ihr auf Augenhöhe zu gehen. Kleine Schritte tun, die von Tag zu Tag und Woche zu Woche größer werden können und Dinge heute verwirklichen, anstatt morgen davon zu träumen.
So habe ich auch schon eine Hand voll Dinge auf meiner imaginären „Gute-Vorsätze-für’s-neue-Jahr-Liste“ in Gedanken abhaken können, auf der unter anderem „häufigeres Bloggen“ steht.
Mal sehen, inwiefern ich’s schaffe, 2012 ein wenig mehr von mir hören zu lassen... ;-)


 Hier noch eine schöne Geschichte, die mich ein bisschen zurechtgerückt hat... 
Danke Mama, für dieses wundervolle, weise Buch!
„Solange du an das Leben glaubst“

(aus dem Buch „Jeder Tag ist dein Tag – Weisheitsgeschichten vom Leben und Lieben“ von Hans Kruppa)


„Warum sind so viele Menschen unglücklich?“ fragte eine junge Frau den Meister. „Das kann viele Gründe haben“, entgegnete er. „Einer der häufigsten liegt darin, dass sie nicht so leben, wie sie leben sollten. Jeder Mensch ist einzigartig und hat einen einzigartigen Lebensweg. Doch wenn er diesen Weg nicht geht, sondern aus Unsicherheit, Angst oder Bequemlichkeit in die Fussstapfen anderer tritt, wird er unglücklich. Unglück ist oft nur ein anderes Wort für das Verfehlen des eigenen Lebenssinnes. Sei so, wie du gemeint bist, lass dich nicht verbiegen, bleib deiner Seele treu – und das Glück wird dein Freund sein!“
„Woran erkennt man glückliche und unglückliche Menschen? Viele verbergen ihr Unglück aus Scham und manche verstecken ihr Glück, um es vor Neid und Missgunst zu schützen“, sagte die junge Frau.
„Man kann sie leicht voneinander unterscheiden“, antwortete der Meister. „Unglückliche fordern, Glückliche schenken. Unglückliche wollen besitzen, Glückliche möchten lieben. Unglückliche wollen bestimmen, Glückliche lassen dem Leben seinen Lauf. Unglückliche wollen Sicherheit, Glückliche suchen das Leben. Unglückliche laufen der Zeit hinterher, Glückliche gehen mit ihr Hand in Hand.“
Die Besucherin nickte lächelnd. „Warum habe ich das Gefühl, dass das Leben selbst durch deinen Mund zu mir spricht?“ 

Der Meister zuckte mit den Achseln. „Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich nie den Glauben an das Leben verloren habe, obwohl ich gute Gründe dafür gehabt hätte. Vielleicht, weil ich das Leben immer geliebt habe, trotz aller Schicksalsschläge, die ich hinnehmen musste. Und wer muss sie nicht hinnehmen? Jeder Mensch wird vom Leben geschlagen, manchmal auch getreten, aber er darf nie vergessen, dass er auch vom Leben umarmt und geküsst wurde – oder noch werden kann. Solange du an das Leben glaubst, ist alles möglich.“