Freitag, 4. November 2011

Tausche wärmende Gedanken gegen Hundewetter

Heute könnte mich die Schlechtelaunewolke nur so überrollen angesichts dieses miesen, verregneten Wetters, denn draußen vor der Tür ist es unbehaglich, nass, kalt und trist. Die graue Wolkendecke hat sich mal wieder in den kleinen Dolomiten, die sich direkt hinter Schio erstrecken, festgehangen und beschert uns hier ziemlich unfreundlich Regen.
Doch hinter der Tür im kleinen, gemütlichen Häuschen da habe ich's mir komod gemacht und lasse mir meine gute Laune und positiven Gedanken nicht trüben.
Während es draußen auf den Straßen der Stadt laut "Plitsch - Platsch" macht,
mache ich hier drinnen "'Mampf - Mampf"
und verspeise meinen leckeren Naturyogurt mit dem besten Müsli auf der Welt und leckeren frischen Biobirnen.

Diese Woche war bis jetzt noch nicht so sehr ereignisreich, da es mich am Sonntagabend aufgrund von abwechselnden Kalt-Heiß-Temperaturwechseln und gut gefülltem Terminkalender ziemlich umgehauen hat. Demnach lag ich leider bis Mittwoch flach. Somit berichte ich jetzt eben noch ein bisschen vom vergangenen Wochenende. Am Freitagabend habe ich durch einen Kontakt, den mir meine Mitbewohnerin Marina gegeben hatte, an einer Probe eines Jugendchors im Nachbarort teilnehmen können. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen .... Musik ist schlicht und einfach Balsam für die Seele. Außerdem sind die Leute dort alle ungefähr im gleichen Alter wie ich, nett und aufgeschlossen. So bin ich anschließend an die Chorprobe mit ein paar Mitglieder und dem Chorleiter Lorenzo noch zum Pizzaessen und "Aperol Spritz"-Trinken gegangen.

 Am Samstag habe ich erst einmal lange geschlafen und mir den Nachmittag mit Apfelstrudelbacken versüßt. Abends war ich mit Alice (eine EX-EVS-Freiwillige, die aus Schio kommt), Sofia und Chiara zu einem Konzert in einem Jugendzentrum im Industriegebiet gefahren. Alice, Sofi und Chiara sind richtige Goldschätze. Wir unternehmen am Wochenende immer was zusammen, teilen Spaß und gute Laune. Beim Konzert konnte ich endlich mal wieder so richtig ausgelassen tanzen, da die Band Balkanmusik spielte.


Fantastisch.
 
             

 Nicht so fantastisch war das Aufstehen am Morgen danach, was sich allerdings völlig gelohnt hat. Denn Matilde, meine sympathische, liebe Italienischlehrerin, hatte mich und Amadeus, ein weiterer deutscher EVS-Freiwilliger, dazu eingeladen, mit ihr, ihrem Freund Ricardo und Hund Tito zum Wandern in die Berge zu fahren. Von einem Parkplatz aus sind wir dann bis auf 1500 m ungefähr hoch gewandert ...durch die Wolken. Was für ein witziges Gefühl. Das Wandern, die Natur, die Luft, die Freiheit... das alles hat so unglaublich gut getan und wie ich den Geruch von feuchtem Herbstlaub und Moos vermisst habe!

In Schio selbst gibt es leider nur einen etwas klein geratenen Park und auch im Allgemeinen ist die Region Veneto ziemlich stark urbanisiert, das Landschaftsbild oft von Peripherie geprägt, ein Ort geht in den nächsten über. Hier soll es laut Matilde aber auch viele schöne Rad- und Spazierstrecken nah an Schio geben, die sie mir bei Gelegenheit mal zeigen will. Wanderwege gibt es genügend, denn die Stadt ist im zur Hälfte von mächtigen, stolzthronenden Bergen umgeben. Wie wundervoll es am Wochenende war ... seht selbst!


 

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